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Das Album - jetzt!

NUR ZU BESUCH

Die Single

Wachsen

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Die Sängerin und Musikerin aus der Nähe von Hamburg macht sich in ihren Songs Gedanken über sich, das Leben und die Dinge, die sie umgeben – und das tut sie auf ihrem Debütalbum „Nur zu Besuch“ mit einer Tiefe, Aufrichtigkeit und Schönheit, dass es einem glatt den Atem verschlägt.

Lina Maly singt mal leise und melancholisch, dann wieder pointiert und nachdrücklich, manchmal lieblich gehaucht, an anderer Stelle fast eher gesprochen als gesungen, kurz gesagt: sie erschafft ihre ganz eigene, faszinierende Klangwelt. Dasselbe gilt auch für ihre Texte, die aus dem Bauch und aus dem Herzen kommen – und die einen abholen, ganz egal wo man gerade steht. „Sind wir denn nie schön genug? Ist es hier nie schön genug? Sind wir denn nie schön genug, so wie wir sind?“, fragt Lina Maly sich in „Schön genug“, sie stellt in „Nur zu Besuch“ fest: „Wir haben der Zeit ein Stück gestohlen. Sie holt uns trotzdem wieder ein“, und sie wünscht sich in „Wachsen“: „Alle wachsen, doch wer davon blüht auf? […] alle wachsen, doch ich will gedeihen.“

Wie kann man mit nicht einmal 20 Jahren solche Texte schreiben und dabei doch kein Stück altklug klingen? Ganz einfach: man ist authentisch. Die Zeilen zu „Schön genug“ beispielsweise sind inspiriert von Linas Erlebnissen im eigenen Bekanntenkreis. „Ich kenne viel zu viele Menschen, denen es seelisch nicht besonders gut geht“, berichtet Lina, die den Perfektionswahn unserer Gesellschaft tagtäglich beobachtet – und auch selbst bereits zu spüren bekam: „Es reicht schon, dass man zum Beispiel ungeschminkt aus dem Haus geht. Die Leute gucken dich an und sagen: ‚Lina, geht’s dir nicht gut? Bist du krank?’. Einfach, weil du ungeschminkt bist! Da merkt man, dass alles ein bisschen verdreht ist.“

Lina, die vergangenes Jahr ihr Abitur gemacht hat und inzwischen nach Berlin umgezogen ist, verlässt übrigens inzwischen meist ungeschminkt das Haus, was man getrost als ihre Form des Protests betrachten kann. Es ist genau diese Geisteshaltung, aus der auch ihre Songs entstehen. „Ich bin ein ziemlich optimistischer Mensch, aber auch kritisch. Ich sehe wahrscheinlich noch nicht alle Fehler dieser Welt, aber viele“, sagt Lina, die nun kurz innehält und dann lachen muss, weil diese Aussage jetzt doch ein klein wenig altklug klingt. Und doch – wer die Songs von Lina Maly hört, wird sofort zustimmen, dass sie mit extrem wachen Augen und großen Antennen durch die Welt geht.

 

Ihre Inspiration holt sie dabei von ganz unterschiedlichen Seiten: „Ich hab zum Beispiel letztens ein Buch über die indische Kolonialzeit gelesen. Nicht, dass ich jetzt plane, darüber einen Song zu schreiben, aber die Sachzusammenhänge inspirieren mich. Aber genau so, wenn ich in der Bahn sitze, ein Gespräch höre oder ‘nen Film gucke. Das kann auch ein kitschiger Teenie-Film sein, irgendwie inspiriert einen ja alles.“ Was Lina Maly vom Großteil der übrigen Geschichtsbuchleser, Bahnfahrer und Kitschfilm-Kucker unterscheidet: sie besitzt die Gabe, ihre Beobachtungen in Worte umzusetzen, die andere berühren und aufbauen. „Ich singe in meinen Songs ein bisschen mich selbst an, um mir Mut zu machen, aber es soll auch ein Appell an Freunde sein“, sagt sie dazu. 

Eine weitere, wichtige Inspirationsquelle ist für die Musikerin – na klar: Musik. Gefragt, was sie am liebsten hört, geht Lina in sich, holt einmal tief Luft – und zählt auf: „Fiona Apple, Peter Gabriel, Queen, alt-J, The Tallest Man On Earth. Bob Dylan liebe ich, ebenso The Cure, Blur und eigentlich alles von Damon Albarn. Ich mag OK Kid sehr gern, finde K.I.Z. und Kendrick Lamar super gut, Tomte war lange meine Lieblingsband. Soulsänger wie Marvin Gaye, Otis Redding, Ray Charles. Und klassische Sachen wie Debussy, Schubert und Strauss“. Wer sich fragt, woher Lina Malys Songs ihre Tiefe und Vielseitigkeit haben, findet hier einige Antworten.

Zur Musik kam Lina schon früh: Vom Grundschul- bis Mittelstufenalter nimmt sie Klavierunterricht und probiert sich in unterschiedlichen Genres aus. Gemeinsam mit ihrem drei Jahre älteren Bruder musiziert sie viel, er bringt ihr das Gitarrenspiel sporadisch bei und motiviert sie zum Singen. Schon bald darauf nimmt sie daher Stunden bei der Pop-Gesangslehrerin Nina Müller, die sie heute als ihre Entdeckerin sieht und als Co-Autorin und gute Freundin schätzt.

Das Debütalbum „Nur zu Besuch“ (2016) von Lina Maly entstand in Zusammenarbeit mit den Produzenten Jochen Naaf (Maxim, Bosse), Frank Pilsl (Philipp Poisel) und Michael Vajna (Malky).

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